• Über das Wesen des Trübsal eines menschlichen Seins mit Drang zur Naivität

    22.02.2010 | Keine Kommentare | Kommentar hinzufügen »

    Über das Wesen des Trübsal eines menschlichen Seins mit Drang zur Naivität

    Mit glockenhellen und zauberhaften Tönen sehen wir die Welt die uns zu Füßen gelegt wird. Nur, dass dies im Laufe der Zeit zu einer Seltenheit geworden ist und kaum noch ersichtlich wird, auch wenn wir es sehen wollten, würden wir unsere Wahrheit nur erlügen. Das Dauerhafte hat in etwa gleichviel Wertigkeit wie ein Kiesel der zu Boden fällt und vom nächsten vorbeiziehenden Individuum zerstört wird. Je mehr wir das Unüberbrückbare als Gegenwärtigkeit betrachten, desto mehr werden wir wir sein. Auch wenn es nur ein kleiner Wermutstropfen zu vermögen scheint, ist es doch immer noch nicht weniger als mehr. Auch die Zweisamkeit können wir uns schon längst ersparen, denn ohne die geht es uns im Endeffekt immer noch wesentlich besser als mit. So zumindest wäre es, wenn wir unsere einprogrammierte Moral und Hausverstandsrichtlinien oder viel mehr Regeln für einen kurzen Augenblick zur Seite schieben würden. Noch dazu kommt die Loyalität welche im richtigen Licht betrachtet mehr und mehr Diskriminierung und Diktatur des Grundcharakters eines jeden von uns ist. Könnten wir das Leben fangen, würden wir fallen. Könnten wir fallen würden wir uns in der Nichtigkeit wiedertreffen. Und würden wir uns wiedertreffen, wären wir bestrebt darin, uns wieder zu verlieren um in Einsamkeit und Trauer neue Liebe zu finden. Haben wir Studium, Haus und Familie sind wir Existenzberechtigt. Sind wir das nicht, so sind wir Lebenskünstler und kleine Krieger und somit wiederum die eigentlichen mit der Existenzberechtigung. Aber wer hat uns erlaubt, so zu denken und so zu sein? Wer kann darüber urteilen und bestimmen was wir zu sein sind? Niemand hat die Berechtigung dazu aber jeder macht das. Die Macht zu nützen, anderen zu sagen wo es lang gehen soll. Mit einem Satz springen wir über einen Bach und sind naturverbunden, im nächsten Schritt ermorden wir die Natur mit Zigarettenasche. Der eigene innere Tempel, das ist die individuelle maschinelle geistige und körperliche Oase eines jeden Menschen. Wir beten in Kirchen zu Gottesähnlichen Wesen in unserem doch so Gotteslästerlichen Leben und weinen und lachen, doch warum weinen und lachen wir? Wer erklärt, was Humor von Bösartigkeit unterscheidet? Im Grün der Natur, im Blau des Himmels und im Rot und Gelb des Feuers findet sich Schwarz wieder – das Universum, das Alles und auch das Nichts findet sich nicht in Weiß. In der Dunkelheit der Nacht sieht alles gleich aus, die Trauer ist in angepasster Atmosphäre, die Liebe in prickelnden Schein des Unbekannten. Vom Nichtswissen geprägt und vom Nichtwollen gesteuert schleichen wir auffallend unentdeckt ins Verrücktwerden und sind dabei ganz normal. Das Normale kenn wir ja mittlerweile bereits als man hat zu sein und zu unterlassen wobei wir genauestens wissen, dass das reine selbstgefällige Befriedigung des Geistes ist und tun das aber ohne begründeten Hintergrund immer noch. Wenn wir einen Schritt nach dem Ersten setzen und nach dem Zweiten gleich einen großen Sprung nach oben machen um dadurch zu stürzen sind wir Menschen. Nicht mehr aber auch nicht weniger, auf keinen Fall jedoch mehr! Wer hat schon den Nerv zu Warten und sich selbst dabei erregt und aufmerksam zu Beobachten wie die Kraft schwindet? Eröffnet sich ein neuer Weg wird er entweder ignoriert und über diese Entscheidung gelitten oder es wird brav befolgt, dass er zu betreten ist und vergisst dabei, auch zurückzusehen um zu erkennen, wo er begann. Ein Platz, ein Ursprung, ein Ziel, all das sind vergängliche Zustände an denen festgehalten wird. Schlussendlich aber verfallen wir dem Drang der Übertreibung und vermögen uns des Gleichschrittes anzuschließen und verstehen, dass das unüberwindbare durch unsere eigene verquerte Sichtweise letztendlich auch nur unbezwingbar geworden ist…

    Montag, 22. Februar 2010